Nächtlicher Überfall auf ein Hotel in Kenia

Kriminalität in Urlaubsregionen gehört zum "allgemeinen Lebensrisiko"

onlineurteile.de - Eine schöne Hochzeitsreise sollte es werden. Im Sommer 2002 hatte das junge Paar bei einem Reiseveranstalter 12 Tage Aufenthalt in einem Drei-Sterne-Hotel in Kenia gebucht. Doch in der vierten Nacht überfielen bewaffnete Räuber das Hotel. Sie brachen auch in das Zimmer der Flitterwöchner ein und nahmen Wertgegenstände mit. Einer der Räuber verletzte den Mann mit der Machete am Handgelenk. Er wurde in einer Klinik operiert und flog wenige Tage später mit seiner Frau nach Hause. Das Ehepaar verklagte den Reiseveranstalter auf Ersatz der Reisekosten (1.426 Euro) und 3.000 Euro Schmerzensgeld.

Kriminalität in einer Urlaubsregion stelle keinen Reisemangel dar, den der Reiseveranstalter zu verantworten hätte, erklärte das Oberlandesgericht München (8 U 2174/04). Gefahren wie Diebstähle oder Überfälle gehörten vielmehr zum allgemeinen Lebensrisiko, dafür hafteten Reiseveranstalter nicht.

2002 sei die hohe Kriminalitätsrate in Kenia in den Medien ständig thematisiert worden und somit allgemein bekannt gewesen. Deshalb habe der Reiseveranstalter im Reiseprospekt nicht eigens einen Warnhinweis abdrucken müssen. Und dessen Vertragspartner, das Hotel in Kenia, habe Sicherheitsvorkehrungen getroffen - natürlich entsprechend dem Standard Kenias -, obwohl dort vorher "noch nichts passiert" sei. Die Hotelanlage sei solide eingezäunt und werde von Sicherheitspersonal überwacht. Mehr könne man nicht verlangen.