Notebook im Online-Shop bestellt

"Schnäppchen" beruhte auf einem Irrtum des Verkäufers

onlineurteile.de - Ein nagelneues Mega 17 Zoll-Notebook für 799 Euro - das wäre schon sensationell billig. So dachte auch ein Internet-Kunde und bestellte das vermeintliche Schnäppchen sofort per Mail im Online-Shop. Der Computerhändler bestätigte per automatisierter Antwort Auftrag und Preis. Am gleichen Tag nahm eine zweite E-Mail diese Bestätigung zurück: Man habe auf den Katalogseiten im Internet den falschen Preis eingegeben. Das Gerät koste 1.959 Euro. Falls der Kunde weiterhin interessiert sei, solle er sich

nochmals melden.

Der Käufer bestand jedoch auf Lieferung zum ursprünglich genannten Preis. Das lehnte der Verkäufer ab und focht den Kaufvertrag an. Daraufhin verlangte der Kunde Schadenersatz in Höhe der Preisdifferenz (1.160 Euro). Das Amtsgericht Lahr sprach ihm aber nur magere 23,33 Euro Ersatz für Anwaltskosten zu (5 C 245/04).

Es könne offen bleiben, ob hier überhaupt ein Kaufvertrag geschlossen worden sei, erklärte der Amtsrichter. Denn der Verkäufer wäre selbst dann nicht daran gebunden. Nach Aussage des Programmierers sei die falsche Preisangabe auf einen Tippfehler zurückzuführen. Ein solches Versehen berechtige den Händler dazu, den Vertrag anzufechten.

Dass der Händler die Bestellung bestätigt habe, ändere daran nichts. Denn diese Antwort erfolge automatisch und gebe nur die vorher eingegebenen Daten wider. Wenn dem Mitarbeiter des Händlers bei der Eingabe ein Fehler unterlaufe, finde sich dieser Fehler daher automatisch auch in allen Schreiben, mit denen Bestellungen bestätigt würden.