"Offizielle Gewinnmitteilung"

Unseriöse "Shopping-Firma" wird verurteilt, eine Gewinnzusage einzuhalten

onlineurteile.de - Herr W erhielt per Post den Geschenke-Katalog eines luxemburgischen Versandhändlers, dem eine "offizielle Gewinnmitteilung" beilag. Da wurde vollmundig ein "Glückstreffer" angekündigt: "Und nun halten Sie sich fest, Herr W, das Unglaubliche ist wahr geworden: Die Nationale Glücks-Agentur hat uns mitgeteilt, dass auf ihre persönliche Losnummer ein Gewinn in Höhe von 13.400 Euro entfallen ist".

Der "Glückspilz" klebte seine Losmarke auf die ausgefüllte Gewinnmitteilung und forderte den Gewinn ein. Gleichzeitig bestellte er Waren bei einer Postfach-Adresse. Die Waren erhielt er bald zugesandt, den Gewinn allerdings nicht. Nun verklagte Herr W die "Shopping"-Firma auf Auszahlung des Gewinns. Das Gericht hatte Mühe, die Postanschrift und den wahren Inhaber des Versandunternehmens herauszufinden.

Der redete sich darauf hinaus, dass die Teilnahmebedingungen des Gewinnspiels weitere Voraussetzungen für die Auszahlung eines Gewinns enthielten. Und die seien nicht erfüllt gewesen. Keinesfalls handelte es sich um eine verbindliche Gewinnzusage: Im Text sei nur von einem "Gewinnkandidaten" die Rede, der eine Option auf einen Gewinn habe. Damit kam der dubiose Geschäftsmann jedoch vor Gericht nicht durch.

Er müsse den Gewinn auszahlen, entschied das Oberlandesgericht Köln (21 U 2/10). Das Anschreiben richte sich konkret an Herrn W: Auf seine persönliche Losnummer sei der Gewinn entfallen, stehe da ... Das könne der Empfänger nur so verstehen, als gehöre ihm der Gewinn schon, den er nur noch abzurufen brauche. Das ganze Schreiben erwecke den Eindruck einer Gewinnzusage. Daran änderten auch nichtssagende Bemerkungen im Fließtext nichts, von wegen "Diese Mitteilung wird gültig, wenn ihre persönliche Losnummer identisch mit der gewinnenden Losnummer ist".