Online-Reklame für Durchlauferhitzer

Werbung muss auch über den dafür nötigen Starkstromanschluss informieren

onlineurteile.de - Unlauter ist Reklame nicht nur dann, wenn sie Verbraucher über Eigenschaften eines Produkts täuscht, sondern auch dann, wenn sie dem Verbraucher wichtige Informationen darüber vorenthält. So lautet das Fazit eines Urteils des Oberlandesgerichts (OLG) Dresden, das kürzlich über die Reklame eines Online-Shops für Sanitärtechnik entscheiden musste. Wettbewerbshüter hatten dessen Werbung für einen Durchlauferhitzer beanstandet, weil sie nicht auf den notwendigen Starkstromanschluss hinwies.

So ein Hinweis sei überflüssig, argumentierte der Online-Händler, denn seine Produktbeschreibung enthalte alle wichtigen technischen Daten, darunter auch die Angabe "Netzspannung 400 Volt." So sah es auch das Landgericht und wies die Unterlassungsklage der Wettbewerbshüter ab. Dass gängige Steckdosen nur mit einer Spannung von 230 Volt funktionierten, wisse jeder Verbraucher, behauptete das Landgericht. Damit sei auch klar, dass für 400 Volt ein Starkstromanschluss gebraucht werde.

Mit dieser Argumentation war das OLG Dresden nicht einverstanden (14 U 319/12). Die Nennspannung von 400 Volt anzugeben, genüge nicht, um Verbraucher richtig zu informieren. Ohne genaueren Hinweis auf die Modalitäten des Geräteanschlusses würden wohl die meisten Verbraucher annehmen, das Problem sei schon ab Werk technisch gelöst (durch einen mitgelieferten Adapter oder Spannungswandler). Dass sie für 400 Volt einen Starkstromanschluss brauchten, sei wohl den wenigsten "sowieso klar".

Über so einen wichtigen Punkt müsse der Online-Händler die potenziellen Kunden informieren, bevor sie das Gerät bestellten. Denn Starkstrom bedeute erheblichen Aufwand und das spiele beim Kaufentschluss eine große Rolle: Nur der Netzbetreiber (oder von ihm autorisierte Installateure) dürften einen Starkstromanschluss installieren. Das gehöre nicht zum Allgemeinwissen. Wenn ein Kunde glaube, er könne den Durchlauferhitzer selbst montieren, könne der fehlende Installationshinweis sogar zum Sicherheitsrisiko werden.