Opa setzte Enkel als Alleinerben ein

Braucht der Vater als Testamentsvollstrecker einen Aufpasser?

onlineurteile.de - Ein wohlhabender Geschäftsmann setzte seinen Enkel im Testament als Alleinerben ein. Zugleich bestimmte er seinen einzigen Sohn, den Vater des Erben, zum Testamentsvollstrecker. Dessen geschiedene Frau, die Mutter des Erben, schloss er von der Verwaltung des Vermögens aus. Zum Nachlass gehörten Immobilien und Anteile an zwei Firmen, deren Geschäftsführer der Sohn des Erblassers war. Nach dem Tod des Großvaters beantragte die Mutter des Erben, ihrem Ex-Mann einen Aufpasser zur Seite zu stellen: Ein gerichtlich bestellter "Ergänzungspfleger" sollte die Rechte des Minderjährigen gegenüber dem Testamentsvollstrecker wahren.

Das Oberlandesgericht Zweibrücken hielt das für überflüssig und wies den Antrag der Mutter ab (5 UF 190/06). Dass der Vater das Testament vollstrecken solle und gleichzeitig Mitgesellschafter der Firmen sei, an denen der Sohn nun beteiligt sei, begründe nicht notwendig einen Interessengegensatz. Eltern seien die natürlichen Verwalter der Vermögensinteressen ihrer minderjährigen Kinder. Ohne konkrete Verdachtsmomente dafür, dass der Vater aus Eigennutz die Interessen des minderjährigen Erben vernachlässige, gebe es keinen Grund, einen Pfleger mit der Kontrolle zu beauftragen.