Patient bricht Behandlung beim Zahnarzt ab

Verweigert er die Nachbesserung der Prothese, kann er keinen Schadenersatz verlangen

onlineurteile.de - Der Patient hatte sehr schlechte Zähne und benötigte im Ober- und Unterkiefer Zahnersatz. Die umfangreiche prothetische Behandlung dauerte über ein Jahr und mit dem Resultat war der Patient sehr unzufrieden. Mehrfach versuchte der Zahnarzt, die Prothesen besser anzupassen. Doch der Patient klagte weiterhin über Schmerzen.

Schließlich brach er die Behandlung wegen der "fehlerhaft gefertigten Zahnprothesen" ab und verklagte den Mediziner auf Schadenersatz: Dem Zahnarzt seien grobe Behandlungsfehler unterlaufen. Da einige Anpassungsversuche erfolglos gewesen seien, habe er das Vertrauen in den Arzt verloren. Er sei nicht verpflichtet, als Versuchskaninchen herzuhalten.

Wenn ein Zahnarzt Fehler gemacht habe, könne der Patient zwar den Behandlungsvertrag kündigen und fernbleiben, erklärte das Oberlandesgericht Dresden (4 W 28/08). Dann entfielen jedoch Ansprüche auf Schadenersatz oder Schmerzensgeld. Nachbesserungsversuche müssten Patienten akzeptieren, weil Zahnersatz auch bei äußerster Präzision eines Zahnarztes oft nicht "auf Anhieb" sitze.

Zumutbar könne es auch sein, eine Prothese völlig neu anzufertigen. Dass der Patient mehrmals die Praxis aufsuchen musste, um sie anpassen zu lassen, sei in keiner Weise ungewöhnlich. Angesichts der Komplexität der Arbeitsgänge - zumal, wenn wie hier eine Vielzahl von schwer vorgeschädigten Zähnen betroffen sei - könne ein Patient nicht erwarten, dass die Anpassung der Prothesen in einem einzigen Termin stattfinde.