Patienten müssen Arztrechnungen prüfen!

Versicherung kann Leistungen für nicht durchgeführte Behandlungen zurückfordern

onlineurteile.de - Eine Münchnerin hatte sich 2003 bei einem Arzt für bioenergetische Medizin und Naturheilverfahren einer Bioresonanztherapie unterzogen. In der Abrechnung des Mediziners fanden sich auch die Positionen Akupunktur und Infiltrationsbehandlung, die er allerdings gar nicht durchgeführt hatte.

Die private Krankenversicherung der Patientin erstattete die Behandlungskosten. Fast zehn Jahre später erfuhr die Versicherung, dass einige der von ihr finanzierten Leistungen nicht stattgefunden hatten. Nun forderte das Unternehmen von der Versicherungsnehmerin die betreffenden Summen zurück.

Doch die Münchnerin rückte kein Geld heraus: Dass in der Rechnung Positionen aufgeführt waren, die nicht den tatsächlichen Leistungen des Arztes entsprachen, habe sie nicht bemerkt. Ein medizinischer Laie könne doch gar nicht unterscheiden, ob eine Akupunkturbehandlung oder eine Bioresonanztherapie vorgenommen werde.

So billig kam die Frau beim Amtsgericht München jedoch nicht davon (282 C 28161/12). Versicherungsnehmer einer privaten Krankenversicherung seien verpflichtet, Arztrechnungen auf ihre Plausibilität hin zu prüfen, erklärte die Amtsrichterin. Das sei auch ohne ärztliches Fachwissen möglich.

Bevor Privatversicherte Rechnungen beim Versicherungsunternehmen einreichten, müssten sie nachsehen, ob nur tatsächlich durchgeführte Behandlungsschritte abgerechnet wurden. Auf Ungereimtheiten müssten sie die Versicherung aufmerksam machen. Wenn Versicherungsnehmer in der Rechnung "falsche Posten" — also nicht erbrachte Behandlungen — übersehen, müssten sie die Versicherungsleistungen zurückzahlen.