Patientin lässt sich nur zur Hälfte behandeln

Zahnarzt muss für die schmerzlichen Folgen kein Schmerzensgeld zahlen

onlineurteile.de - Eine Frau ließ sich beim Zahnarzt eine Prothese anfertigen. Doch der Zahnersatz wollte nicht richtig sitzen. Der Zahnarzt erörterte mit ihr verschiedene Änderungsmöglichkeiten. Aber die Patientin hatte keine Lust mehr und brach die Behandlung ab. "Da werden sie aber Probleme kriegen", warnten Zahnarzt und Zahnarzthelferin. "Da muss schon noch was gemacht werden". Monate später hielt es die Patientin tatsächlich vor Schmerzen nicht mehr aus. Sie zog es jedoch vor, einen anderen Arzt aufzusuchen.

Schuld an den Problemen mit dem Gebiss, so meinte sie zehn Jahre später vor Gericht, sei der erste Zahnarzt gewesen. Deshalb sei sie ihm das Honorar von ca. 6.000 Euro schuldig geblieben und fordere nun Schmerzensgeld. Damit kam sie beim Oberlandesgericht Düsseldorf nicht durch (I-8 U 53/02).

Laut Zeugenaussage der Zahnarzthelferin habe man sie eindringlich davor gewarnt, dass ohne weitere Prothesenbehandlung große Probleme auftreten würden, hielten ihr die Richter vor. Ein Sachverständigengutachten habe außerdem bestätigt, dass dem Zahnarzt kein Behandlungsfehler unterlaufen war. Was er gemacht habe, sei eben lediglich das "absolute Minimum einer prothetischen Versorgung" gewesen. Deshalb müsse er der Patientin weder Schmerzensgeld zahlen, noch die Kosten der Weiterbehandlung durch den zweiten Zahnarzt ersetzen.

Allerdings musste der Zahnarzt auf das Honorar verzichten, denn seine Ansprüche waren verjährt: Honorar muss innerhalb von zwei Jahren nach Rechnungsstellung eingefordert werden.