Pferd "Briga" eingeschläfert

Tierarzt dokumentiert Behandlung nicht - Anspruch auf Schadenersatz?

onlineurteile.de - Wiederholt hatte ein Tierarzt das kranke Pferd operiert. Doch dann kamen eine Wundinfektion und die so genannte Hufrehe (eine Entzündung an der Huflederhaut) dazu. "Briga" war nicht mehr zu retten und musste eingeschläfert werden. Als die Tierhalterin vom Tierarzt Näheres über die Behandlung ihres Pferdes wissen wollte, fanden sich dazu keine schriftlichen Unterlagen. Sie verklagte den Mediziner wegen dieser Nachlässigkeit auf Schadenersatz.

Anspruch auf Schadenersatz hätte sie nur, wenn Behandlungsfehler zum Tod des Pferdes geführt hätten, erläuterte das Oberlandesgericht Hamm (3 U 1/01). Und dafür gebe es keinerlei Anhaltspunkte. Zwar sei der Tierarzt verpflichtet, Diagnose und Behandlungsverlauf wenigstens in Stichworten festzuhalten (schon, damit eventuell ein nachbehandelnder Tierarzt wisse, woran er sei). Anspruch auf Schadenersatz lasse sich aus Versäumnissen und Fehlern in der Dokumentation aber nicht ableiten.

Dass es wegen der Hufrehe unumgänglich war, das Pferd einzuschläfern, stehe auch ohne Behandlungsunterlagen fest. Für die gefürchtete Hufrehe gebe es zahlreiche Ursachen (z. B. Verletzungen, Futter, Infektion), sie könne aber auch ohne nachvollziehbaren Grund auftreten. Dass der Tierarzt dafür verantwortlich zeichnete, habe die Tierhalterin nicht bewiesen.