Phosphorsäure-Attacke eines Apothekers

Wer gefährliche Stoffe aus der Apotheke für Straftaten benutzt, verliert die Approbation

onlineurteile.de - Es war nicht das erste Mal, dass der Apotheker mit dem Gesetz in Konflikt kam. Der Mann neigte zur Gewalttätigkeit. Zwischen 1990 und 2004 kam es aus diesem Grund zu zwölf Strafanzeigen. Nach einem Angriff auf seine damalige Freundin wurde der Mann im Jahr 2000 zu einer Freiheitsstrafe verurteilt.

Im Sommer 2010 bespritzte der Apotheker in einer Bonner Gaststätte zwei Gäste mit einer ätzenden Phosphorsäurelösung aus seinem Labor, die er in drei Spritzen mit sich führte. Wegen gefährlicher Körperverletzung wurde er deshalb zu 14 Monaten Gefängnis ohne Bewährung verurteilt. Darüber hinaus entzogen ihm die zuständigen Behörden die Approbation als Apotheker und die Betriebserlaubnis für die Apotheke.

Die Klage des Straftäters gegen diese Sanktionen blieb beim Verwaltungsgericht Köln ohne Erfolg (7 K 7077/11). Der Apotheker habe sich bewusst einer ätzenden Substanz bedient, die ihm aufgrund seines Berufs zur Verfügung stand, so das Gericht. Da er nicht davor zurückschrecke, gefährliche Stoffe aus der Apotheke zu verwenden, um Menschen zu verletzen, sei er ungeeignet, diesen Beruf auszuüben.

Apotheker müssten mit den in der Apotheke vorrätigen Stoffen und Substanzen verantwortungsvoll umgehen und sie — ihrem pharmazeutischen Zweck entsprechend — zum Nutzen der Patienten einsetzen. Wer sie für Straftaten missbrauche, verstoße in eklatanter Weise gegen berufliche Pflichten und schade dem Ansehen des ganzen Berufsstandes.