Pilzbefallene Katze gekauft

Sporeninfektion ist bei einer Katze kein "Mangel"

onlineurteile.de - Für 300 Euro hatte die Familie bei einer Hobbyzüchterin einen Perserkater gekauft. Da kurz vorher eine andere Katze an einer Pilzinfektion erkrankt war, händigte die Züchterin den Kunden auch einschlägige Medikamente und Desinfektionsmittel aus. Der Erfolg war nicht gerade durchschlagend: Wenige Wochen später erkrankte die ganze Familie an Pilzinfektionen (juckende und entzündliche Hautveränderungen, Erreger: "microsporum canis").

Der Kater habe ihn und die Familie angesteckt, warf der Familienvater der Züchterin vor. Der Käufer forderte einen Teil des Kaufpreises zurück und Schadenersatz. Doch das Amtsgericht Zittau ließ ihn abblitzen (5 C 389/04). Der Anspruch des Tierhalters wäre nur berechtigt, wenn die Kaufsache, d.h. die Katze "mangelhaft" gewesen wäre. Natürlich wolle jeder Käufer ein gesundes Tier erwerben. Trotzdem sei eine Infektion dann kein Sachmangel, wenn sie so häufig auftrete, dass man "bei einem derartigen Kaufgegenstand" damit rechnen müsse.

Und so lag der Fall hier, wie ein Sachverständiger erläuterte: Katzen seien gewissermaßen ein "natürlicher Wirt" für die weit verbreiteten Sporen "microsporum canis", so der Experte. Etwa 20 Prozent aller Katzen seien latent infiziert und natürliche Infektionsträger. Also müsse jedem Käufer einer Katze klar sein, folgerte der Amtsrichter, dass das Tier mit Pilzsporen infiziert sein könne. Logischerweise sei dann auch eine Übertragung von Sporen auf andere Haustiere oder Menschen nicht auszuschließen.