Pitbull springt Frau an

Tierheim muss als Tierhalter für die Folgen geradestehen

onlineurteile.de - Eine Mitarbeiterin des Tierheims - gleichzeitig war sie stellvertretende Vorsitzende des Tierschutzvereins, der das Heim unterhielt - führte mehrere Hunde spazieren, darunter eine Pittbullterrier-Hündin. Das Tier war fünf Jahre zuvor vom Besitzer dem Tierheim übergeben worden. Während des Spaziergangs sprang der Pitbull eine Passantin an, die deshalb stürzte und einen Oberschenkelhalsbruch erlitt. Vom Tierschutzverein forderte die verletzte alte Frau Schmerzensgeld.

10.000 Euro sprach ihr das Landgericht Hanau zu (1 O 1130/02). Prinzipiell müsse der Tierhalter auch ohne eigenes Verschulden dafür einstehen, wenn sein Tier jemand verletze oder anderweitig Schaden anrichte. Tierhalter sei hier das Tierheim bzw. der Tierschutzverein als Träger des Heims: Denn die Hündin lebe seit langem in dem Heim, der Tierschutzverein bestimme über das Tier und komme aus eigenem Interesse für dessen Unterhaltskosten auf.

Dass der Tierschutzverein aus ideellen Gründen für Obdach und Unterhalt von Tieren sorge - so seine Aufgabe laut Vereinssatzung -, ändere daran nichts. Um sich gegen das finanzielle Risiko der Tierhaltung abzusichern, müsse das Tierheim (wie andere Tierhalter auch) eine Haftpflichtversicherung abschließen.