Porsche zu Schrott gefahren

Zur "Rennklausel" in der Kfz-Versicherung

onlineurteile.de - Der Geschäftsführer einer GmbH nahm mit einem Porsche 911 GT 3 - der Wagen gehörte der Firma - am Wettfahren eines Porscheclubs teil. Dabei erlitt er einen Unfall und fuhr das gute Stück fast zu Schrott. Bei der Vollkaskoversicherung meldete die GmbH einen Schaden von rund 53.000 Euro.

Der Versicherer winkte ab und pochte auf die so genannte "Rennklausel" in den Versicherungsbedingungen: Es bestehe kein Versicherungsschutz für Unfälle bei Wettkämpfen, die darauf abzielten, Höchstgeschwindigkeit zu erreichen. Denn solche Veranstaltungen brächten naturgemäß besondere Gefahren mit sich.

So urteilte auch das Landgericht, das jedoch vom Oberlandesgericht (OLG) Nürnberg korrigiert wurde (8 U 158/07). Im konkreten Fall sei es nicht um Höchstgeschwindigkeit gegangen, so das OLG, auch wenn der Wettbewerb als "Autorennen" angekündigt wurde. Deshalb greife hier die Ausschlussklausel nicht; der Versicherer müsse für den Schaden einstehen.

Die Veranstaltung sei eine Gleichmäßigkeitsprüfung gewesen. Nach deren Reglement würden von jedem Fahrer zehn Runden gefahren. Von allen zu wertenden Runden werde die Differenz zwischen der höchsten und der niedrigsten Rundenzeit ermittelt. Sieger werde der Fahrer mit der niedrigsten Differenz. Ziel des Wettbewerb sei es also, ohne Hilfsmittel (wie Stoppuhr, Funk oder Ähnliches) zwei von zehn Runden möglichst in der gleichen Zeit zurückzulegen. Dabei könne auch ein Teilnehmer gewinnen, der langsamer fahre als andere.