Portraitfoto im Internet

Urheberrecht des Fotografen verletzt?

onlineurteile.de - Eine Unternehmerin wollte ihren Geschäftsführer für repräsentative Zwecke richtig ins Bild setzen. Der Inhaber einer Fotoagentur erhielt den Auftrag. Der Fotograf fertigte Portraitfotos und lieferte schließlich Kontaktabzüge, Vergrößerungen und 12 Passfoto-Abzüge. Die Fotos ihres Geschäftsführers verwendete die Unternehmerin für Internet-Auftritte. Das bekam der Fotograf mit und berechnete ihr dafür 4.310 Euro.

Das Oberlandesgericht Köln verurteilte die Unternehmerin dazu, ihm 1.160 Euro zu zahlen (6 U 91/03). Sie habe urheberrechtlich geschützte Lichtbilder des Fotografen vervielfältigt und verbreitet. Zwar dürfe der Auftraggeber eines Fotografen - der in der Regel auch der Abgebildete sei - seine "bildliche Darstellung" vervielfältigen und unentgeltlich an dritte Personen weitergeben. Eine öffentliche Wiedergabe im Internet zu Werbezwecken sei aber nicht "gratis". Die Annahme der Unternehmerin, der Erwerb von 12 Passfotos zu je 2,50 Euro berechtige sie dazu, die Fotos unbegrenzt weltweit zu verbreiten, sei ziemlich blauäugig.