Probeabo für die Hälfte

Wettbewerbswidriges Schnäppchenangebot einer Wochenzeitschrift

onlineurteile.de - Der Herausgeber der Zeitschrift "Wirtschaftswoche" wollte deren Leserkreis erweitern. Das verlockende Werbeangebot des Verlags für ein Vierteljahresabonnement: "Ihr Test! Sie sparen bis zu 50%. Zwölf Ausgaben Wirtschaftswoche für nur 16,80 statt 33,60 Euro ... Als Geschenk erhalten Sie eine Kienzle-Uhr ..." (Wert der Uhr: zwischen 8 und 14,90 Euro).

Ein Verband der Zeitschriftenhändler hielt die Werbemasche für wettbewerbswidrig. Das Angebot verstoße gegen die Preisbindung im Zeitschriftenhandel, warf er dem Verlag vor. So sah es auch das Oberlandesgericht Düsseldorf (U (Kart) 31/03). Preis und Zugabe seien so attraktiv, dass sogar Leser, die bisher ein Abonnement ablehnten und die Zeitschrift lieber einzeln am Kiosk kauften, zum Probeabo tendieren dürften. Selbst wenn man sich nur für die Hälfte der Ausgaben interessiere, lohne sich das verbilligte Abonnement schon.

Das Verlagsschnäppchen würde den Einzelhändlern also Kunden abspenstig machen: Denn Zeitschriftenhändler seien an den regulären Preis gebunden, den ihnen der Verlag vorgebe. Dieses Verhalten sei vertragswidrig. Nach den vom Bundeskartellamt genehmigten "Wettbewerbsregeln für den Vertrieb von abonnierbaren Tages- und Wochenzeitungen" sei der Rabatt bei einem (aufdrei Monate beschränkten) Kurz- bzw. Probeabonnement auf 35 Prozent des Normalpreises beschränkt. Das gelte auch für Zeitschriften.