Pseudo-Unfall

Autofahrer versucht, eine Autoreparatur mit einem fingierten zweiten Unfall zu finanzieren

onlineurteile.de - Ein Mann parkte seinen Wagen am Ende einer Kurve am Straßenrand. Der Fahrer eines Transporters musste just in dem Moment niesen, als er durch die Kurve fuhr, verriss dabei das Lenkrad und prallte auf das dort abgestellte Auto. Der Transporter schob den Wagen auf das davor stehende Auto, er wurde vorne und hinten beschädigt. So schilderte jedenfalls der Besitzer des Wagens, ein Autohändler, den Unfall. Er war der Meinung, die Haftpflichtversicherung des Unfallgegners müsse für die Autoreparatur aufkommen.

Doch das Landgericht München I glaubte ihm kein Wort (19 O 18675/01). Begründung: Der Auto-Sachverständige habe festgestellt, dass der Heckschaden durch Auffahren im Fußgängertempo entstanden sei. Also müsse der Transporter absichtlich langsam gefahren sein; wohl, um Verletzungen zu vermeiden. Zudem stammte der Frontschaden des Wagens von einem früheren Unfall. Dies passe gut zu der Tatsache, dass sich der Besitzer des Fahrzeugs, auf den der Wagen angeblich aufgeschoben wurde, nie gemeldet habe.

Und noch mehr Indizien für einen fingierten Unfall fanden sich. Im Laufe des Prozesses kam heraus, dass der Autobesitzer den Unfallverursacher schon länger kannte, obwohl er dies bestritten hatte. Hartnäckig behauptete der Autohändler, der es als Profi hätte besser wissen müssen, von einem Vorschaden habe er nichts bemerkt. Da winkten die Richter ab: Es sei offenkundig, dass der Autohändler mit einem zweiten Unfall die Reparatur des Frontschadens habe finanzieren wollen. Daher müsse die Haftpflichtversicherung nicht zahlen.