Radfahrer stößt mit Inlineskaterin zusammen

Auf einem kombinierten "Fuß- und Radweg" kam sie ihm beim Überholen in die Quere

onlineurteile.de - Wie es zu dem Unfall kam, war zwischen den Beteiligten umstritten. Fest steht, dass der Zusammenprall der Hobbysportler auf einem kombinierten Fuß- und Radweg stattfand und dass der von hinten kommende Radfahrer versucht hatte, die zwei vor ihm am rechten Wegesrand laufenden Inlineskater zu überholen. Angeblich war die Frau direkt vor dem Rad plötzlich nach links ausgeschert.

Während die Skaterin mit Prellungen davon kam, verletzte sich der Radfahrer beim Sturz schwer. Für die Unfallfolgen forderte er über 13.000 Euro Schadenersatz: Sie habe schuldhaft gegen das Rechtsfahrgebot verstoßen, warf er der Frau vor. Dieses Gebot gelte nicht für Fußgänger, erklärte dagegen das Oberlandesgericht (OLG) Düsseldorf, das die Klage abwies (I-1 U 242/10). Inlineskater seien im Verkehr wie Fußgänger zu behandeln.

Fußgänger dürften sich auf einem kombinierten Rad- und Gehweg frei bewegen, betonte das OLG — egal, ob rechts oder links. Sie müssten Radfahrern auch nicht prinzipiell den Vorrang einräumen und sich ständig nach hinten umsehen. Wenn ein Radfahrer überholen wolle, müsse er diese Absicht rechtzeitig durch Klingeln oder Rufen kundtun. Überholen dürfe er erst, wenn klar sei, dass die Verkehrsteilnehmer vor ihm das Warnzeichen wahrgenommen haben.

Während der Radfahrer behauptete, er habe geklingelt, bestritt das Skater-Paar jegliches Warnsignal. Immerhin räumte der Verletzte ein, er sei "schon ungefähr auf Höhe der Inlineskater" gewesen, als er das Überholen signalisierte. Das OLG gab zu bedenken, dass die Frau dann, angesichts seiner hohen Geschwindigkeit, sowieso nicht mehr rechtzeitig hätte reagieren können — selbst wenn er geklingelt haben sollte.

Glaubwürdiger sei allerdings die Aussage des Begleiters: Die Freundin sei keineswegs nach links und auf gleiche Höhe mit ihm gezogen, sondern leicht versetzt hinter ihm gefahren. Er habe kein Fahrradklingeln gehört und sei daher vom Zusammenstoß so überrascht worden, dass er vor Schreck zur Seite sprang und in der Wiese landete.

Fazit des Gerichts: Wenn sich ein Radfahrer schnell von hinten nähere und kein Warnzeichen gebe, liege er mit seinem Vorwurf daneben, die Skaterin hätte rechts bleiben müssen, um ihm gefahrloses Überholen zu ermöglichen. Sie sei für den Unfall nicht verantwortlich.