Rätsel des Monats: Was ist "Werbeware"?

Werbung für Rabattaktionen muss deren Umfang klarstellen

onlineurteile.de - Ein Möbelhaus warb für eine "Super-Rabattaktion". In der Zeitungsanzeige wurden den Kunden große Preisnachlässe angekündigt. Vom Rabatt sei nur die "Werbeware" ausgenommen, hieß es da. Dieser Wischi-Waschi-Begriff erzürnte Verbraucherschützer: Sie beanstandeten die Werbeanzeige als wettbewerbswidrig.

Auch das Oberlandesgericht Hamm stufte die Reklame als unlauteren Wettbewerb ein (4 U 143/06). Händler müssten bei Rabattaktionen klipp und klar angeben, in welchem Umfang und unter welchen Bedingungen die Kunden Preisnachlässe erwarten könnten. Der Begriff "Werbeware" sei dagegen völlig unklar. Der Verbraucher wisse nicht, was ihm die Werbung sagen wolle. Sei damit etwa Ware gemeint, für die der Händler schon einmal Werbung gemacht habe? Verstehe man den Begriff so, bleibe wohl kaum noch Ware für die Rabattaktion übrig ...

Dass der Händler in seinen Ladenräumen einzelne Möbelstücke als "Werbeware" gekennzeichnet habe, um sie für die Kunden identifizierbar zu machen, ändere an der Kritik nichts. Denn im Laden komme diese Information für die Verbraucher zu spät. Eine Rabattaktion solle Kunden ins Geschäft locken. Daher müsse der Anbieter die "Karten schon vorher auf den Tisch legen" und in der Werbung klarstellen, welchen Umfang die Rabattaktion habe.