Rasende Fans auf dem Fußballfeld

Verein darf DFB-Strafe an Störer weitergeben

onlineurteile.de - Die Menge tobte im Rostocker Ostseestadion beim Spiel gegen Hertha BSC Berlin. Drei Fans hielt es nicht mehr auf ihren Plätzen. In der 55. Spielminute ließ sich der erste über die (drei Meter hohe!) Mauer gleiten und lief aufs Spielfeld. Er versuchte sogar, dem Schiedsrichter den Ball zu entreißen. Gleich darauf rannte ein zweiter Fan über das Spielfeld. Beide wurden schnell von Ordnern gestoppt. Doch in der 73. Minute lief schon wieder ein Zuschauer querfeldein.

Teures Nachspiel für Hansa Rostock: Für solche Störungen sieht der Deutsche Fußballbund nämlich herbe Strafen vor. Nicht für die Störer, sondern für die Bundesligavereine: Denn die müssen dafür sorgen, dass so etwas nicht passiert. 20.000 Euro Buße musste Hansa Rostock löhnen, diese Summe wollten sich die Rostocker anschließend von den drei Störern zurückholen.

Zu Recht, wie das Landgericht Rostock entschied (9 O 328/04). Zusammen müssten die drei Übeltäter die Geldstrafe ersetzen. Die Fans hätten vorsätzlich den Zuschauervertrag verletzt, der sie verpflichte, alles zu unterlassen, was dem Verein schaden und den Spielverlauf stören könnte. Der DFB kritisiere zwar zu Recht, dass die Sicherungsmaßnahmen unzureichend gewesen seien, vor allem, weil sich solche Vorfälle in Rostock häuften.

Allerdings könnten sich die Störer nicht auf diesen Umstand berufen, um so ihre Strafe zu mindern. Fehler des Vereins änderten nichts daran, dass die drei Zuschauer durch ihr Fehlverhalten den Schaden - in Form der Geldstrafe - herbeigeführt hätten. Allgemeiner ausgedrückt: Wer einen anderen schädige, könne dafür nicht dem Geschädigten die Schuld geben - nach der Logik, er habe sich gegen die eigene Verfehlung nicht gut genug geschützt.