"Raucherentwöhnung" mit Laser-Ohrakupunktur ...

... darf nur von Medizinern oder Heilpraktikern durchgeführt werden

onlineurteile.de - Eine "Heilbehandlerin" bot den Rauchern unter ihren Kunden an, sie mit "Laser-Ohrakupunktur" von ihrem "Laster" zu befreien. Das wurde ihr von der Kreisverwaltung Recklinghausen verboten, weil das Laser-Gerät nur von medizinischem Fachpersonal bedient werden dürfe. Sie behandle doch keine Krankheiten, sondern wolle nur Raucher entwöhnen, wandte die Heilbehandlerin ein.

Doch das Verwaltungsgericht Gelsenkirchen bestätigte das Verbot (7 L 889/08). Wer Heilkunde anwenden wolle (ohne Arzt zu sein), benötige eine Erlaubnis nach dem Heilpraktikergesetz. Um Heilkunde handle es sich bereits dann, wenn eine Tätigkeit medizinische Fachkenntnisse voraussetze und unter Umständen zu gesundheitlichen Schäden führen könne.

Die Heilbehandlerin setze mit dem Laser ein medizinisches Gerät ein. In der umfangreichen Gebrauchsanweisung stehe, es sei "ausschließlich für die Anwendung in medizinischen Praxen und Kliniken" bestimmt. Der LaserPen dürfe nicht "für ophtalmologische Zweke" verwendet werden; die Bestrahlung sei "kontraindiziert bei malignen Prozessen", bei Therapie mit Zytostatika und Radiotherapie, bei Photosensibilität usw. usf.

Diese Angaben des Herstellers machten deutlich, dass beim Einsatz dieses Gerätes medizinische Kenntnisse vorhanden sein müssten, um gesundheitliche Schädigungen bei den Patienten zu vermeiden. Im laufenden Klageverfahren bekomme die Heilbehandlerin Gelegenheit, das Gegenteil zu beweisen. Gelinge dies nicht, dürfe sie die Behandlung mit dem Laser (ohne die nötige Heilpraktiker-Ausbildung) nicht mehr durchführen.