Rauchverbot am Roulette-Tisch

Berliner Croupier hat Anspruch auf einen rauchfreien Arbeitsplatz

onlineurteile.de - Der Mann arbeitete in einem Berliner Kasino als Chef am Roulette-Tisch. Ihn nervte, dass im Spielsaal geraucht wurde. Vom Arbeitgeber verlangte er, ein Rauchverbot auszusprechen. Begründung: Das Berliner Nichtraucherschutzgesetz verbiete das Tabakrauchen in Gaststätten - und das Kasino betreibe im Spielsaal eine räumlich nicht abgetrennte Bar.

Beim Bundesarbeitsgericht (BAG) setzte sich der Croupier durch (9 AZR 241/08). Das Nichtraucherschutzgesetz schränke die unternehmerische Entscheidungsfreiheit des Arbeitgebers ein, erklärte das BAG: Er müsse die Arbeitnehmer vor gesundheitlichen Schäden bewahren.

Zwar habe das Bundesverfassungsgericht das Rauchverbot für so genannte "Einraumgaststätten" als verfassungswidrig beanstandet. Da sei der Gesetzgeber aufgerufen, bis Ende des Jahres eine klare, neue Regelung zu finden. Bis dahin bleibe jedoch das Rauchen in allen Berliner Gaststätten untersagt, um die Bevölkerung vor den Gefahren des Passivrauchens zu schützen.