Reetdach in Brand gesetzt

Antennenbauer ließ auf dem Dachboden Halogenstrahler unbeaufsichtigt brennen

onlineurteile.de - Ein norddeutscher Hauseigentümer hatte den Fernseh- und Antennenspezialisten V beauftragt, eine SAT-Antennenanlage an seinem Reetdach zu installieren (Reet ist getrocknetes Schilfrohr, mit dem man unter anderem in Norddeutschland Hausdächer deckt). Um den Spitzdachboden auszuleuchten, stellte V dort einen Halogenstrahler auf. Als er die Arbeit für eine Viertelstunde unterbrach und den Dachboden verließ, ließ er den Strahler eingeschaltet. In dieser kurzen Zeit setzte der heiße Strahler den Dachstuhl in Brand.

Die Gebäudeversicherung des Hauseigentümers kam für den Brandschaden auf und forderte den Betrag anschließend vom Installateur. V verwies auf die Sicherheitsvorschriften für sein Handwerk. Die Arbeitsumgebung müsse er mit einem Strahler ausleuchten, den habe er entsprechend den Vorschriften aufgestellt. Im Übrigen kämen außer dem Strahler auch andere Ursachen für das Feuer in Betracht, in erster Linie die veraltete Elektroinstallation des Hauses.

Damit kam der Antennenbauer beim Oberlandesgericht (OLG) Schleswig jedoch nicht durch (5 U 131/10). Reet habe eine ausgesprochen niedrige Zündtemperatur und Halogenstrahler würden sehr heiß, erklärte das OLG. Also stelle so ein Strahler in der Nähe von Reet logischerweise eine Brandgefahr dar. Dass dessen Hitzeabstrahlung den Brand verursacht habe, sei sehr wahrscheinlich, zumal das Feuer ausgebrochen sei, als V den Strahler unbeaufsichtigt brennen ließ.

Selbst wenn es nicht mit 100-prozentiger Sicherheit feststehe, dass der Strahler den Schaden ausgelöst habe: Der Ablauf des Geschehens sei so typisch, dass hier der "Beweis des ersten Anscheins" gegen den Installateur spreche. Die Wahrscheinlichkeit, dass eine andere Ursache vorliege, sei äußerst gering. Daher müsse V für den Brandschaden einstehen.