"Reinrassige Shih-Tzu-Hündin" ...

... war ein Mischling: Käuferin setzt vor Gericht Preisminderung durch

onlineurteile.de - Im Kaufvertrag zwischen der Hundekäuferin und der Züchterin war die Hunderasse aus Tibet genau benannt: Für 450 Euro sollte die Kundin eine "Hündin in weiß/creme, Rasse: Shih-Tzu" bekommen. Tatsächlich erhielt sie von der Züchterin jedoch einen "Shih-Tzu-Mischling". Deshalb forderte die Käuferin einen Teil des Geldes zurück.

Das Amtsgericht Brandenburg gab ihr Recht und kürzte den Kaufpreis um 125 Euro (34 C 139/09). Weiche eine Kaufsache von der vereinbarten Beschaffenheit ab, sei sie als mangelhaft anzusehen. Im konkreten Fall hätte die Vertragsparteien die Rasse-Zugehörigkeit des Hundes ausdrücklich vereinbart. Doch der schließlich übergebene Hund sei - nach den Grundsätzen des Verbandes für das Deutsche Hundewesen - nicht reinrassig.

In Fachkreisen werde die Angabe einer Rasse allgemein so verstanden, dass der Hund nur dieser Rasse angehöre und kein Mischling bzw. Mix mit dieser Hunderasse sei. Die Abstammung von Rassehunden müsse lückenlos dokumentiert werden. Im Zuchtbuch seien die Ahnen über drei Generationen einzutragen. Daher seien sie auch besonders teuer.

Für den Käufer sei die Rasse ein wesentliches Kriterium der Kaufentscheidung: Beeinflusse die Rasse doch einerseits den Wert eines Tieres und lasse andererseits Rückschlüsse auf seine charakterlichen Merkmale (Verlässlichkeit, Gehorsam oder Aggressivität etc.) zu und damit auch auf seine Eignung für die Zucht oder für den beabsichtigten Einsatz.