Reise nach Mauritius storniert

Kunden verlieren Rechtsstreit um Stornopauschale eines Reiseveranstalters

onlineurteile.de - Ein Münchner Ehepaar hatte eine Flugreise nach Mauritius gebucht. Als einige Wochen vor dem Urlaub in den Medien die Nachricht verbreitet wurde, dass auf Mauritius das "Chikungunya-Fieber" grassierte, kündigten die Eheleute den Reisevertrag. Der Reiseveranstalter knöpfte ihnen die - in seinen Allgemeinen Geschäftsbedingungen (AGB) für diesen Fall vorgesehene - Stornogebühr ab.

Vergeblich pochten die Kunden auf "höhere Gewalt" und verlangten die Summe zurück. Ihre Klage gegen den Reiseveranstalter scheiterte. Nun versuchten es die Eheleute auf andere Weise. Sie beanstandeten die Stornoklausel in den AGB des Reiseveranstalters: Bei einem Reiserücktritt stehe den Kunden die Möglichkeit offen zu belegen, dass dem Reiseveranstalter "gar kein Schaden entstanden" oder der Schaden niedriger sei als die Stornopauschale. Auf dieses Recht müssten Stornoklauseln ausdrücklich hinweisen.

In der Klausel des Mauritius-Reiseveranstalters dagegen sei nur von "geringerem Schaden" die Rede. Die Alternative "kein Schaden" werde nicht angegeben. Deshalb sei die Klausel unwirksam, meinten die Kläger, dem Reiseveranstalter stehe die Stornopauschale nicht zu. Das sei eine bloße Förmelei, fand das Amtsgericht München, und wies die Klage ab (222 C 20175/06).

Laut den AGB hätten Reisende die Möglichkeit nachzuweisen, dass dem Veranstalter "ein geringerer Schaden entstanden" sei. Damit sei auch der Beweis erlaubt, dass gar kein Schaden entstanden sei, da auch ein Schaden von Null ein "geringerer Schaden" sei. Der Inhalt der Klausel sei klar. Daher sei es spitzfindig, demgegenüber auf der ausdrücklichen Formulierung "kein Schaden" zu beharren. Die AGB-Klausel sei wirksam.