"Reiseabbruch"

Wie viel muss die Versicherung zurückzahlen?

onlineurteile.de - Ein Ehepaar buchte bei einem Reiseveranstalter eine Naturerlebnisreise nach Namibia, zum Preis von 2.800 Euro pro Person. Gleichzeitig schloss der Ehemann für die Pauschalreise eine Reiserücktritts- und eine Reiseabbruchversicherung ab. Für den Fall eines Reiseabbruchs (z.B. wegen einer unerwarteten schweren Erkrankung der Urlauber) sollte der Versicherer die zusätzlichen Rückreisekosten und den "Wert der nicht genutzten Reiseleistung" ersetzen. In Namibia erkrankte die Ehefrau schwer, das Paar musste den Urlaub abbrechen.

Danach kam es zum Streit mit dem Versicherer, der 700 Euro weniger zahlte als gefordert. Begründung: Man habe die Flugkosten nicht berücksichtigt, denn die Kunden seien hin- und zurückgeflogen. Maßgeblich für die Berechnung "nicht genutzter Reiseleistungen" sei bei einer Pauschalreise der Gesamtpreis inklusive Flugkosten, entschied dagegen der Bundesgerichtshof (IV ZR 65/03).

Eine Reiseabbruchversicherung solle den Versicherungsnehmer gegen den finanziellen Verlust absichern, der durch einen Reiseabbruch entstehe. Müsse ein Urlauber vorzeitig nach Hause, stellten auch die (im Pauschalpreis enthaltenen) Flugkosten "nutzlose Aufwendungen" dar. Dann diene der Hin- und Rückflug ja gerade nicht dem Urlaubszweck. Mit der Formulierung in den Versicherungsbedingungen ("Wert der nicht genutzten Reiseleistung") könne nur die Gesamtheit der Leistungen gemeint sein.