Rennradler fährt joggenden Polizisten an

Zu schnell geradelt - kein Schmerzensgeld für Knieverletzung

onlineurteile.de - Obwohl es leicht nieselte, war ein Mann mit seinem Rennrad auf einem Radweg flott unterwegs. In gleicher Richtung joggten zwei Polizeibeamte beim Dienstsport (auf dem parallel laufenden Gehweg, der vom Radweg durch einen Grünstreifen getrennt war). Die beiden Jogger wollten die Straße überqueren. Einer der Polizisten betrat den Radweg und blieb stehen, als er den Radler kommen sah. Der Rennradler sah sich zu einer Vollbremsung veranlasst, stürzte und fiel gegen den Jogger.

Beide erlitten Blessuren, der Radler verletzte sich am Knie. Anschließend verklagte er den Dienstherrn des Polizeibeamten auf Zahlung von Schmerzensgeld. Das Oberlandesgericht (OLG) Celle ließ ihn abblitzen (14 U 53/02). Der joggende Staatsdiener hätte zwar vorsichtiger sein sollen, räumte das OLG ein. Das sei aber ein harmloser Schnitzer im Vergleich zu den Verstößen gegen die Straßenverkehrsordnung, die sich der Radfahrer erlaubt habe.

Mindestens mit 25 km/h sei der Leistungssportler den Radweg entlang gedüst, was angesichts der Umstände viel zu schnell gewesen sei. Denn die kurvige Straße sei wegen der dichten Randbepflanzung nicht gut zu übersehen. Es gebe mehrere Kreuzungen, an denen zur Mittagszeit mit regem Betrieb zu rechnen sei. Zudem habe ein Rennrad keine Klingel, um Fußgänger zu warnen. Und bei Regen könne man mit den profillosen Rennradreifen besonders schlecht bremsen - ein weiterer Grund, besondere Vorsicht walten zu lassen.