Rhythmische Massage gegen Rheuma

Gesetzliche Krankenkasse muss nur für anerkannte Therapien zahlen

onlineurteile.de - Der Hausarzt verschrieb einer 77 Jahre alten Patientin gegen das Rheuma rhythmische Massagen. Bei ihrer gesetzlichen Krankenkasse beantragte sie die Kostenübernahme. Das lehnte die Krankenkasse ab: Für neue Heilmittel müsse sie nicht zahlen. Empört antwortete die Versicherte, diese Behandlungsmethode sei schon seit über 80 Jahren Bestandteil der anthroposophischen Medizin.

Doch dieses Argument verhalf ihrer Klage gegen die Krankenkasse nicht zum Erfolg. Mit "neuem Heilmittel" sei gemeint, dass rhythmische Massagen nicht zu den anerkannten Leistungen der vertragsärztlichen Versorgung gehörten, erklärte das Landessozialgericht Hessen der Patientin (L 8 KR 93/10). Krankenkassen müssten Heilmittel nur nach Prüfung ihres Nutzens und ihrer Wirtschaftlichkeit bezahlen.

Dafür sei der "Gemeinsame Bundesausschuss" zuständig (zusammen gesetzt aus Vertretern der Ärzteschaft und der Krankenkassen). Nur, was dieser positiv bewerte und anerkenne, werde in den Leistungskatalog der Krankenkassen aufgenommen. Das gelte für Mittel der Schulmedizin wie auch für besondere Therapien, die sich von der Schulmedizin abgrenzten.

Solche Therapien seien nicht grundsätzlich aus dem Leistungskatalog ausgeschlossen. Das wesentliche Kriterium für die Anerkennung sei die medizinische Relevanz der Methode für Diagnostik und Behandlung. Und die sei bei der rhythmischen Massage gering: Denn bei Krankheiten, die man auf diese Weise behandeln könne, würden andere Methoden der physikalischen Therapie (Krankengymnastik, klassische Massage) bereits sehr erfolgreich angewandt.