Rohrbruch durch Frost in leer stehender Wohnung

Gebäudeversicherung muss wegen mangelhafter Vorsorge den Wasserschaden nicht übernehmen

onlineurteile.de - Nach der Pleite eines Hauseigentümers kümmerte sich der Insolvenzverwalter um zwei Mehrfamilienhäuser, in denen einige Wohnungen leer standen. Er beauftragte eine Gebäudemanagement-Firma B mit der Kontrolle und übergab ihr die Schlüssel zu den leeren Wohnungen. Im Januar 2003 kam es in einem Badezimmer im ersten Stock durch gefrorenes Wasser in einer Leitung zu einem Rohrbruch. Das Wasser lief durch die Parterrewohnung bis in den Keller. Den beträchtlichen Schaden wollte die Gebäudeversicherung nicht tragen: In einer ungenutzten Wohnung im Winter die Wasserleitungen nicht zu leeren und abzusperren, sei bodenlos leichtsinnig, teilte sie dem Insolvenzverwalter mit.

So sah es auch das Landgericht Berlin und wies seine Klage gegen die Versicherung ab (7 O 527/03). Firma B habe im Auftrag des Insolvenzverwalters einmal in der Woche in den leeren Wohnungen "nach dem Rechten gesehen". Das genüge jedoch bei unbewohnten Räumen im Winter nicht. Rohre und Leitungen müssten unbedingt geleert und abgesperrt werden. Dass der Insolvenzverwalter die Heizungen eingeschaltet habe - Thermostateinstellung "Frostschutz" -, mache das Leeren und Absperren auch nicht überflüssig: In der Stellung "Frostschutz" würden nämlich die Räume nicht ausreichend beheizt, nur das Zufrieren der Heizungskörper und -rohre verhindert.