Rückflug um 13 Stunden verlegt

Eine Landung am Flughafen nachts um 1.10 Uhr stellt einen Reisemangel dar

onlineurteile.de - Herr K hatte für sich und seine Freundin eine Flugpauschalreise gebucht und für die Anreise zum Flughafen Hannover ein Zug-zum-Flug-Ticket besorgt. Der Reiseveranstalter wies in der Buchungsbestätigung darauf hin, dass sich die Flugzeiten unter Umständen ändern könnten ("Unverbindliche Information, Änderung vorbehalten"). Als der Rückflug dann um mehr als 13 Stunden verschoben wurde, war das Paar allerdings doch überrascht.

Statt am 18. Juni mittags landeten die Reisenden am 19. Juni 1.10 Uhr nachts in Hannover. Erst am Urlaubsort hatten sie davon erfahren. Daraufhin buchten die Urlauber im Hotel für den 18.6. ein Zimmer — ein so genanntes Late-Check-Out für ca. 68 Euro. Am Flughafen ließen sie sich von einem Bekannten abholen, weil so spät kein Zug mehr fuhr. Dafür belohnten sie ihn mit 78 Euro (0,30 Euro pro Kilometer).

Für die Ausgaben forderte Herr K Schadenersatz vom Reiseveranstalter. Der stehe ihm zu, urteilte das Amtsgericht Duisburg (3 C 3175/12). Zwar sei es bei Pauschalreisen üblich, dass Reiseveranstalter die Flugzeiten änderten. Mit Verschiebungen am ersten oder am letzten Reisetag müssten die Urlauber rechnen. Das sei nicht automatisch als Reisemangel anzusehen, denn diese beiden Tage dienten nicht der Erholung, sondern eben der Anreise und Abreise.

Bei einer Ankunft in den frühen Morgenstunden des nächsten Tages seien jedoch die Grenzen dessen überschritten, was Pauschalreisende akzeptieren müssten. Das beeinträchtige die Nachtruhe und auch den nächsten Tag. Werde der Rückflug so weit verschoben, stelle das einen Reisemangel dar. Dass der Reiseveranstalter sich Änderungen vorbehielt, rechtfertige so eine Zumutung nicht.

Die Kunden hätten daher Anspruch auf Kostenersatz: Zum einen für das Zimmer am letzten Urlaubstag, der eigentlich nur der Abreise dienen sollte. Denn es sei für Reisende unzumutbar, einen ganzen Tag ohne Zimmer zu verbringen. Zum anderen für die Fahrtkosten. Das Paar habe wegen der nächtlichen Ankunft sein Zug-zum-Flug-Ticket nicht nutzen können und die Rückfahrt zum Wohnort selbst organisiert. Eine Pauschale von 0,30 Euro pro Kilometer sei angemessen.