Sauna schlecht entlüftet

Handwerker baute im Fitnessstudio ohne Fachplanung Heizanlage ein

onlineurteile.de - Fast 18.000 Euro Werklohn musste ein Heizungsbauer in den Kamin schreiben. Er hatte in einem Fitnessstudio eine Warmluftheizung eingebaut. Später stellte sich heraus, dass die Sauna schlecht zu entlüften war. Deshalb beglich die Bauherrin die Rechnung des Handwerkers nur zum Teil. Der Heizungsbauer wiederum warf dem Architekten vor, die Heizanlage fehlerhaft geplant zu haben. Tatsächlich hatte er aber vor der Installation nur einen Grundriss des Bauobjekts erhalten und die Anlage in eigener Regie installiert.

Und genau das wurde ihm dann vorgehalten, als er beim Oberlandesgericht Celle den restlichen Werklohn einklagte (14 U 26/04). Den Architekten treffe kein Mitverschulden. Er habe keine Fachplanung erstellt, die dem Heizungsbauer die Ausführung der Installation vorgegeben hätte und auf die er sich hätte verlassen dürfen. Das habe der Handwerker von Anfang an gewusst. Wenn er unter dieser Bedingung einen Auftrag übernehme, könne er sich später nicht auf "fehlende Planung" berufen, wenn ihm Fehler unterliefen. Dann müsse er für Mängel bei der Installation selbst geradestehen.

Im Prozess hatte der Heizungsbauer ausgesagt, dass er die Architekten auf die Notwendigkeit einer Entlüftungsanlage hingewiesen habe. Sie hätten jedoch aus Kostengründen davon abgesehen. Doch diese Verteidigung half dem Handwerker auch nicht: Wenn er als Fachhandwerker den Architekten Bedenken gegen die Bauausführung vortrage und diese darauf nicht reagierten, müsse er sich mit seinen Einwänden direkt an die Bauherrin wenden, hielten ihm die Richter entgegen.