Scheidung: Hat eine Ehefrau das Kind vor der Ehe erzogen ...

.... stellt die Kinderbetreuung keinen ehebedingten Nachteil dar

onlineurteile.de - Als das Paar 1993 heiratete, war es schon lange zusammen und das gemeinsame Kind schon in der Pubertät. Im Jahr 2000 trennten sich die Partner, die Ehe wurde 2007 geschieden. Die jetzt über 50 Jahre alte Ehefrau hatte bis zur Insolvenz ihres Arbeitgebers 2002 ganztägig gearbeitet und 2.500 DM netto verdient. Seitdem fand sie keine neue Stelle mehr und versuchte, sich selbständig zu machen. Das scheiterte an gesundheitlichen Problemen.

Der Amtsrichter sprach der Frau deshalb unbefristet Unterhalt zu. Gegen diese Entscheidung legt der Ehemann Berufung ein: Laut dem amtsärztlichen Gutachten benötige seine Ex-Frau nur noch eine Übergangszeit und könne dann ihren Lebensunterhalt selbst verdienen. Dem stimmte das Oberlandesgericht Frankfurt zu und befristete den Unterhalt bis Ende 2010 (5 UF 185/07).

Bis dahin habe die Frau auf Grund ihrer beruflichen Entwicklung und ihres derzeitigen Gesundheitszustands ausreichend Zeit. Ehebedingte Nachteile seien hier ja keine auszugleichen. Von beruflichen Nachteilen durch die Heirat könne hier keine Rede sein, fanden die Richter, weil die Frau das gemeinsame Kind überwiegend vor der Ehe erzogen habe. Während der Ehe sei die Frau fast durchgehend berufstätig gewesen. Zudem habe die Ehe nur acht Jahre gedauert.