Scheidung nach 25 Ehejahren

Bei ehebedingten Nachteilen wird der Unterhalt für die Ehefrau nicht befristet

onlineurteile.de - 1980 hatte das Paar geheiratet. Kurz darauf brachte die Ehefrau einen Jungen zur Welt und brach deshalb ihre Ausbildung zur Bankkauffrau ab. 1984 wurde der zweite Sohn geboren, 1991 der dritte. Zwischendurch hatte die Frau als Tagesmutter gearbeitet, was sie aufgab, als das älteste Kind an Krebs erkrankte. 1996 nahm sie eine stundenweise, bis heute ausgeübte Tätigkeit auf.

2002 trennten sich die Eheleute, die Ehe wurde 2005 geschieden. In einem Vergleich verpflichtete sich der Ehemann erst, nachehelichen Unterhalt zu zahlen. Später wollte er dies ändern lassen: Seine Ehefrau sei verpflichtet, eine volle Arbeitsstelle zu suchen. Dann würde sie auch nicht mehr verdienen, konterte die Ex-Frau, denn ihre jetzige Tätigkeit werde gut bezahlt.

Das Kammergericht in Berlin entschied den Streit zu ihren Gunsten (13 UF 65/08). Den Anspruch der Ehefrau auf Unterhalt zeitlich oder der Höhe nach zu begrenzen, komme nicht in Frage, so die Richter. Denn die Frau habe für die Ehe Nachteile in Kauf genommen, die nun nicht mehr ausgeglichen werden könnten. Sie habe ihre berufliche Ausbildung nach der Geburt des ersten Kindes aufgegeben und sich anschließend fast nur um die Kinder gekümmert.

Infolge der Rollenverteilung in der Ehe habe die Frau keine Möglichkeit gehabt, sich selbst eine gesicherte wirtschaftliche Zukunft aufzubauen. Theoretisch hätte sie erst 1999 mit 40 Jahren wieder eine Berufsausbildung beginnen können, als der jüngste Sohn in die Schule kam. Das wäre allerdings wegen ihrer recht gut bezahlten stundenweisen Tätigkeit finanziell wenig sinnvoll und neben der Führung des Haushalts praktisch schwierig gewesen.