"Scheinvater" ...

... fordert Schadenersatz für Kindesunterhalt

onlineurteile.de - 1993 war der Junge zur Welt gekommen, im Januar 2002 trennten sich die Eheleute. Danach zahlte der A. seiner Ehefrau für das Kind monatlich 231 Euro, bis er im Oktober 2002 die Vaterschaft anfocht. Ein DNA-Gutachten brachte es an den Tag: Der vermeintliche Sohn stammte nicht von ihm, sondern von Herrn D., mit dem die Ehefrau damals eine außereheliche Beziehung hatte. D. anerkannte die Vaterschaft und wurde von A. auf Schadenersatz für den Kindesunterhalt verklagt.

Zunächst ohne Erfolg; denn das Amtsgericht war - wie auch der tatsächliche Vater des Kindes - der Meinung, dass A. seine Ansprüche auf Entschädigung verwirkt hatte: Er habe ja wohl schon bei der Geburt des Jungen geahnt, dass auch D. als Vater in Betracht komme.

Dass A. schon damals an seiner Vaterschaft zweifelte, stehe keineswegs fest, erklärte dagegen das Oberlandesgericht Schleswig (13 UF 157/05). Letztlich könne das aber offen bleiben. Es spiele nämlich keine Rolle, ob der Ehemann sich fälschlich für den Vater hielt oder ob er die Umstände kannte, die für die Vaterschaft des anderen Mannes sprachen. Auch ein "wissender" Scheinvater könne vom biologischen Vater Schadenersatz verlangen.