Schimmel an den Wänden

Ohne konkrete Gefahr für die Gesundheit darf der Mieter trotzdem nicht fristlos kündigen

onlineurteile.de - Im Haus hatte sich Schimmel eingenistet. Der Mieter befürchtete Atemwegsprobleme als Folge und kündigte fristlos. Damit war der Vermieter jedoch nicht einverstanden. Vor Gericht verlangte er, die Kündigung für unwirksam zu erklären.

Vom Kammergericht in Berlin bekam er Recht (8 U 124/02). Nur wenn die Gesundheit des Mieters ernsthaft gefährdet sei, dürfe er fristlos kündigen, stellten die Richter fest. Allein die Möglichkeit, dass die beobachteten Schimmelstellen die Atemluft mit Schimmelsporen und giftigen Stoffen "anreichern" könnten, stelle jedoch noch keine konkrete Gefahrenlage dar. Schließlich seien es nur wenige, kleine Feuchtigkeitsflecken gewesen.

Unbestritten habe sich an den Wänden Schimmel gebildet. Ob sich zum Zeitpunkt der Kündigung Schimmelsporen in der Luft befanden, sei aber nicht belegt, denn die Luft sei seinerzeit nicht gemessen worden. Und nachzuholen sei ein solcher Test nun auch nicht mehr, weil sich die Konzentration von Schadstoffen in der Luft ständig ändere (u.a. von der Witterung abhänge).