Schimmel: Mieter kürzen die Miete

Wie oft müssen Mieter eigentlich die Wohnung lüften?

onlineurteile.de - Die Luftfeuchtigkeit in den Räumen war relativ hoch. Schon der Vormieter hatte Probleme mit Schimmel gehabt. Nun saßen die Sporen fast überall in den Wänden: im Schlafzimmer, im Wohnzimmer, in der Küche. Die Mieter kürzten deshalb die Miete.

Die Vermieter klagten den Differenzbetrag ein. Die Mietminderung sei nicht berechtigt, behaupteten sie. Denn der Schimmel sei allein darauf zurückzuführen, dass die Mieter unzureichend lüfteten. Das Amtsgericht Frankfurt studierte das Gutachten, das die Vermieter in Auftrag gegeben hatten, und wies anschließend die Klage ab (33 C 1906/06-31).

Normalerweise sei es ausreichend, so der Amtsrichter, wenn eine Wohnung ein bis zwei Mal am Tag 10 bis 20 Minuten durchgelüftet werde. Nach dem Gutachten des Bauexperten reiche das bei der betreffenden Wohnung jedoch nicht aus: Denn wegen einer dünnen Nordwand und dichter Metallrahmen der Fenster sei die Luftfeuchtigkeit besonders hoch. Unter diesen Bedingungen wäre Feuchtigkeitsniederschlag nur zu vermeiden, wenn man mindestens fünf Mal pro Tag die ganze Wohnung querlüften würde.

Dann müssten die Mieter tagsüber alle zwei Stunden ca. eine Viertelstunde durchlüften, rechnete der Amtsrichter hoch (da auch Mieter nachts schlafen). Das sei unzumutbar. Davon abgesehen, belegten auch die alten Schimmelsporen (die laut Gutachten noch aus der Zeit des Vormieters stammten), dass das Problem nicht neu sei und nicht den Mietern zur Last gelegt werden könne. Sie hätten daher zu Recht wegen eines Mangels der Mietsache die Miete gekürzt.