Schlafzimmer verschimmelt

Vermieter muss vergammelte Möbel ersetzen und die Außenwand dämmen

onlineurteile.de - Als das Ehepaar 2001 in die 3-Zimmer-Wohnung eingezogen war, hatte es sich schöne, neue Schlafzimmermöbel geleistet. Auch die Fenster waren erneuert worden: dichtschließende, isolierverglaste Fenster wurden eingebaut. In Kombination mit schlecht gedämmten Wänden führt so eine Modernisierung häufig zu Feuchtigkeitsschäden und Schimmel - so war es auch hier. Trotz Beschwerden der Mieter unternahm der Vermieter nichts dagegen, bis schließlich die Schlafzimmereinrichtung verschimmelte.

Da reichte es den Mietern. Sie verklagten den Vermieter auf Schadenersatz für die Möbel und forderten Maßnahmen gegen den Schimmel. Doch der Vermieter gab ihnen die Schuld: Die Mieter hätten eben ihre Möbel nicht direkt an die Wand stellen sollen! Er habe sie doch darauf hingewiesen, wie wichtig eine ausreichende Luftzirkulation hinter den Möbeln sei und dass sie deshalb zu Außenwänden einen Abstand von fünf bis zehn Zentimetern einhalten sollten.

Damit kam der Vermieter allerdings beim Landgericht Mannheim nicht durch (4 S 62/05). Sofern nichts anderes vereinbart sei, gehöre es zum üblichen und vertragsgemäßen Gebrauch einer Mietwohnung, dass der Mieter seine Möbelstücke überall in der Wohnung aufstellen könne, erklärte das Landgericht. Mieter müssten sich beim Einrichten der Wohnung nicht daran orientieren, wie sie am besten Feuchtigkeitsschäden vermeiden könnten.

Es gelte vielmehr umgekehrt: Mietwohnungen müssten in bauphysikalischer Hinsicht so beschaffen sein, dass sich keine Feuchtigkeitsschäden bildeten - egal, wie groß der Abstand der Möbel zu den Wänden sei. Der Vermieter müsse den Mietern daher die Schlafzimmereinrichtung ersetzen (1.963 Euro) und die Außenwände dämmen.