Schlaglöcher im Radweg

Dann müssen Radler langsamer fahren ...

onlineurteile.de - Eine Frau fuhr mit dem Rad auf dem asphaltierten Fahrradweg neben einer Landstraße. Der Weg war in schlechtem Zustand, eine Menge Schlaglöcher zwangen zum "Fahren in Schlangenlinien". Auf abschüssiger Strecke hinter einer Kurve wartete ein besonders großes Loch auf unvorsichtige Radler. Die Frau konnte zwar gerade noch ausweichen, geriet dabei aber mit dem Vorderrad auf den Kies im Seitenstreifen und stürzte. Sie verletzte sich am Knie. Für die Behandlungskosten sollte die Gemeinde haften, weil die zuständige Verkehrsbehörde den "gefährlichen Weg" nicht ausgebessert hatte.

Beim Landgericht Rostock hatte die Radfahrerin schlechte Karten (4 O 139/04). Grundsätzlich müsse sich der Straßenbenutzer den Straßenverhältnissen anpassen und die Straße so hinnehmen, wie sie sei, erklärten die Richter. Schäden, die Verkehrsteilnehmer selbst vermeiden könnten, müsse die Verkehrsbehörde nicht beseitigen. Schlaglöcher könne ein konzentrierter Radfahrer mit einem beiläufigem Blick erfassen - davor müsse die Straßenverkehrsbehörde auch nicht warnen.

Die verletzte Frau habe den schlechten Zustand des Wegs schon weit vor der Unfallstelle erkannt - sonst hätte sie sich ja wohl kaum darüber beklagt, dass sie Schlangenlinien fahren musste. Damit sei klar gewesen, dass sich auch hinter der Kurve Schlaglöcher befinden konnten. Also hätte die Radlerin hier besonders langsam und vorsichtig fahren müssen.