Schlechter Partnerschaftsvermittler?

Kunden erhalten ihr Honorar nur im Ausnahmefall zurück

onlineurteile.de - Kurz nach der Ehescheidung wandte sich die Frau an einen Partnerschaftsvermittler. Für ein Entgelt von 22.500 DM sollte das Unternehmen passende Partner auswählen und Kontakte vereinbaren. Die Kundin bezahlte, doch mit der Gegenleistung war sie höchst unzufrieden. Schließlich forderte sie das Honorar zurück.

Begründung: Der Partnerschaftsvermittler habe zwar Exposés geschickt, aber nur einen einzigen telefonischen Kontakt mit einem Mann zuwege gebracht. Dieser Mann sei jedoch kurz danach für ein halbes Jahr nach Australien gereist und deshalb für sie als Lebenspartner nicht in Betracht gekommen. Außerdem sei der Vertrag mit dem Vermittler sittenwidrig, weil sie ihn in einer schwierigen Situation unterschrieben habe. Nur deshalb habe sie das horrende Honorar akzeptiert, das in einem krassen Missverhältnis zur Leistung des Unternehmens stehe.

Anspruch auf Rückzahlung des Honorars habe der Kunde eines Partnerschaftsvermittlers nur im Ausnahmefall, erklärte ihr das Oberlandesgericht Koblenz (12 U 1230/03). Und zwar dann, wenn der Partnerschaftsvermittler überhaupt keine Leistungen erbringe oder völlig wertlose Vorschlage mache. Werde der Vertrag in unzulänglicher Weise erfüllt, berühre dies den Anspruch auf Honorar dagegen nicht. (Das habe der Gesetzgeber so geregelt, um die Privat-

sphäre der anderen Kunden zu schützen. Die sollten nicht bei jedem Rechtsstreit um Honorar ihre Identität offen legen müssen.)

Was in diesem Metier eine "schlechte Leistung" sei, sei ohnehin schwer zu bestimmen. Jedenfalls seien Partnervorschläge nicht deshalb objektiv wertlos, weil ein Kunde dies subjektiv so einschätze. Ob ein Mann als Lebenspartner untauglich sei, weil er nach Australien fahre ... diese Frage sei nicht objektiv zu beantworten. Ebenso wenig könne man auf diese Weise belegen, dass der Partnerschaftsvermittler schlecht arbeite.