Schüler schlägt Lehrerin

Schulleiter fackelt nicht lange: Rausschmiss

onlineurteile.de - Ein Realschüler - als Schläger kein unbeschriebenes Blatt mehr in der Schule - warf in der Pause das Mäppchen eines Mitschülers durch das Klassenzimmer. Der schrieb Hässliches über den Angreifer und dessen Mutter auf ein Heft, danach prügelten sich die Streithähne. Die Folge: Einträge im Klassenbuch. Nun drohte der Mäppchenwerfer seinen Mitschülern, er werde sie zusammenschlagen, wenn er von der Schule fliege. Als die Klassenlehrerin ihn deshalb aufforderte, mit ihr zum Schulleiter zu gehen, rastete er vollends aus. Er rannte zur Türe, fegte dabei Hefte und Bücher von den Tischen und schlug offenstehende Fenster zu. Die Lehrerin eilte dem renitenten Schüler nach, griff nach ihm - und erhielt einen heftigen Faustschlag gegen den Oberarm.

Der Schulleiter fackelte nicht lange und warf den Schüler hinaus. Vergeblich wandte sich der Übeltäter an die Justiz: Der Verwaltungsgerichtshof Mannheim bestätigte den Schulausschluss (9 S 2277/03). Er sei zwar unter allen Erziehungs- und Ordnungsmaßnahmen das allerletzte Mittel, hier aber (auch ohne vorherige Androhung) gerechtfertigt. Wenn ein Schüler gegenüber einer Lehrerin handgreiflich werde, störe dies den Schulfrieden in schwerwiegender Weise.

Tätlichkeiten bewirkten ein Klima der Einschüchterung und Angst, einen massiven Autoritätsverlust der Lehrer und gefährdeten so den Erziehungszweck der Schule. Zudem stelle der Schüler eine Gefahr für die Mitschüler dar, er habe schon einige Male sehr aggressiv reagiert und Klassenkameraden angegriffen. Daher komme hier kein milderes Mittel als der Schulausschluss in Betracht. Dem streitsüchtigen Schüler stehe es frei, sich um die Aufnahme in einer anderen Realschule zu bewerben.