Schwiegermutter führt Hund spazieren

Kein Geld von der Tierhalter-Haftpflichtversicherung nach einem Sturz

onlineurteile.de - Der Halter des Hundes hatte gerade keine Zeit, seinen Labrador auszuführen. Da bat er seine Schwiegermutter um den Gefallen, die in seinem Haus wohnte. Sie ging mit dem Hund spazieren. Plötzlich sprang das Tier hinter einer Katze her und riss so heftig an der Leine, dass die Frau stürzte. Sie brach sich den Oberarm und musste lange Zeit ins Krankenhaus. Vergeblich forderte der Hundebesitzer von seiner (Tierhalter-)Haftpflichtversiche-rung, den Schaden zu regulieren.

Auch beim Oberlandesgericht Frankfurt scheiterte er mit seinem Anliegen (3 U 127/03). Das Versicherungsunternehmen berufe sich zu Recht auf die so genannte "Angehörigenklausel" in den Versicherungsbedingungen, entschieden die Richter. Wer gelegentlich oder regelmäßig ein Tier beaufsichtige, sei in der Haftpflichtversicherung "(mit)versichert". Allerdings nicht bei eigenen Verletzungen, sondern in Bezug auf Schäden dritter Personen. Also: Wenn der Hund beim Spaziergang mit der Schwiegermutter andere Menschen verletze, müsse die Haftpflichtversicherung den Schaden übernehmen. Angehörige dagegen hätten keinen Anspruch auf Schadenersatz - ebensowenig wie der Tierhalter selbst.