Schwieriges Abstammungsgutachten

Frau ficht Vaterschaft ihres verstorbenen Vaters an

onlineurteile.de - Einige Zeit nach dem Tod ihres Vaters Y erschien eine junge Frau vor Gericht, um dessen Vaterschaft anzufechten. In Wirklichkeit sei Herr X ihr Vater, erklärte sie. Doch während des Verfahrens starb auch Herr X. Der mit der Anfechtungsklage befasste Amtsrichter forderte den Sohn des Y und die Kinder des X auf, zur Blutentnahme zu erscheinen. Das sei nötig, um ein Abstammungsgutachten zu erstellen.

Die Kinder des X weigerten sich - zu Recht, wie das Oberlandesgericht Hamm entschied (9 WF 167/04). Sie seien nicht verpflichtet, gegen ihren Willen Blutproben für DNA-Analysen abzugeben und sich so an der Überprüfung der biologischen Vaterschaft zu beteiligen. Denn sie hätten mit der Anfechtung der Vaterschaft von Y nichts zu tun. Um festzustellen, ob die Frau von Y abstamme oder nicht, seien dessen Sohn und Geschwister heranzuziehen. Wenn der Sohn nicht auffindbar sein sollte und ein Blutmerkmalevergleich mit den Geschwistern des Verstorbenen nicht aussagekräftig genug sein sollte, müsse notfalls Y exhumiert werden.