Segelkreuzfahrt mit Macken

Minderung des Reisepreises - einschließlich Flugkosten - um 50 Prozent

onlineurteile.de - Die einwöchige Segelkreuzfahrt mit anschließendem Badeaufenthalt verlief nicht so, wie im Katalog angepriesen. Ohne dass schlechtes Wetter dies erzwungen hätte, wurde die geplante Segelroute durch den Persischen Golf geändert; Landgänge entfielen ersatzlos. Außerdem drehte ein Kamerateam auf dem Schiff Szenen für einen Film, wofür verschiedene Räume und Decks gesperrt wurden. Als sich Urlauber darüber beschwerten, zeigte sich die Reiseveranstalterin einsichtig und gestand den Kunden eine Preisminderung um 45 Prozent zu. Allerdings nur bezogen auf den Reisepreis für die Kreuzfahrt, nicht für die Flugkosten. Das war einigen Kunden zu wenig.

Mit ihrer Klage setzten sie sich beim Oberlandesgericht (OLG) Celle durch (11 U 337/01). Das OLG erhöhte die Minderungsquote auf 50 Prozent und entschied, dass auch die Kosten des Hin- und Rückflugs um diese Quote herabzusetzen sind. Denn Flüge seien nur Mittel zum Zweck, um den Urlaubsort zu erreichen und anschließend Urlaub und Erholung zu genießen. Sie gehörten also zum Gesamtpaket der vereinbarten Reiseleistungen dazu. Diese seien insgesamt so mangelhaft gewesen, dass obendrein pro Tag und Person eine Entschädigung für vertane Urlaubszeit fällig sei.