Seniorin verletzt sich beim Einsteigen in einen Zug

Bahn AG müsste nur für defekte automatische Türen haften

onlineurteile.de - Die alte Dame tat sich beim Steigen ohnehin schon schwer und hatte zudem noch einen kleinen Koffer für die Reise zu schleppen. Beim Einsteigen in den Zug hielt sie sich mit der linken Hand an einem Griff fest, in der rechten Hand hielt sie den Koffer. Sie war noch nicht "drin", da schloss sich die automatische Türe. Diese öffnete sich zwar sofort wieder. Doch die Seniorin verlor vor Schreck das Gleichgewicht, fiel die Treppe herunter und verletzte sich. Ihre Klage gegen die Deutsche Bahn AG auf Schmerzensgeld blieb erfolglos.

Die automatische Türe entspreche den vorgeschriebenen Sicherheitsstandards, erklärte das Oberlandesgericht Düsseldorf (19 U 10/06). Dass sie sich nach drei Sekunden wieder schließe, sei kein technischer Fehler. Vielmehr liege das generelle Problem darin, dass Fahrgäste gegen Ende der Öffnungszeit versuchten einzusteigen. Das sei auch durch eine längere Öffnungszeit nicht zu verhindern.

Automatiktüren müssten sich bei Kontakt mit Personen sofort wieder öffnen, das sei geschehen. Akustische oder optische Warnsignale seien unnötig: Automatiktüren gebe es mittlerweile an allen Fahrstühlen. Die Technik sei allgemein bekannt, darauf könnten sich die Fahrgäste einstellen. Sie müssten beim Einsteigen eben aufpassen.

Wer dazu aus Altersgründen nicht in der Lage sei, müsse sich von Dritten helfen lassen. Die Bahn dürfe sich darauf verlassen, dass ältere Fahrgäste selbständig Ein- und Aussteigen könnten oder sich auf eigene Faust Hilfe suchten. Für das Unternehmen sei es nicht zumutbar, an allen Bahnsteigen Personal für derartige Hilfeleistungen abzustellen.