Sexprobleme nach dem Herzinfarkt

Private Krankenversicherung muss für Viagra zahlen

onlineurteile.de - Seit der Herzkranke einen Infarkt erlitten hatte, plagten ihn Potenzstörungen. Doch er konnte und wollte nicht auf Sex verzichten. Nachdem er seinem Arzt erklärt hatte, wie sehr er ihn vermisste, verschrieb ihm der Mediziner das Potenzmittel Viagra. Das half auch. Doch nun drohte das Vergnügen kostspielig zu werden, denn die private Krankenversicherung des Patienten weigerte sich, die Kosten des Medikaments zu übernehmen. Dieses Mittel und der Geschlechtsverkehr selbst erhöhten bei dem ohnehin stark gefährdeten Mann das Risiko, einen weiteren Infarkt zu erleiden, argumentierte der Versicherer. Dafür werde man keine müde Mark springen lassen.

Die Potenzstörung sei hier nicht altersbedingt, sondern Folge einer Krankheit, stellte das Oberlandesgerichts Karlsruhe fest. Wenn ein Arzt Viagra aus medizinischen Gründen verordne, müsse die Krankenversicherung die Kosten erstatten (12 U 32/03). Welches Risiko der Mann beim Sex eingehe, sei ganz allein seine Sache. Nur dann, wenn die Einnahme von Viagra von vornherein als lebensgefährlich einzustufen wäre, entfiele für den Versicherer die Pflicht, die Kosten des Medikaments zu übernehmen. Nach den im Prozess vorgelegten Gutachten sei das jedoch nicht der Fall.

(P.S.: Das Oberlandesgericht hat wegen der grundsätzlichen Bedeutung der Sache die Revision zum Bundesgerichtshof zugelassen.)