Sexuelle Belästigung in der Kaserne

Kasernenkommandant begrabschte Soldatinnen und wird dafür degradiert

onlineurteile.de - Ein Kasernenkommandant im Range eines Oberstleutnants belästigte ihm unterstellte Soldatinnen, indem er sie "begrabschte" und eindeutige Angebote machte. Das Truppendienstgericht Nord degradierte den Berufssoldaten zum Major. Daraufhin versuchte der Mann, die Sanktion per Klage rückgängig zu machen.

Das Bundesverwaltungsgericht bestätigte jedoch die Degradierung (2 WD 32/94). Die Fürsorgepflicht gehöre zu den vornehmsten Pflichten eines Vorgesetzten gegenüber seinen Untergebenen. Der Versuch eines Soldaten, im dienstlichen Bereich zu Untergebenen sexuelle Kontakte anzuknüpfen, stelle eine schwerwiegende Pflichtverletzung dar. Insbesondere von einem Kasernenkommandanten müsse man erwarten können, dass er nicht nur im Rahmen der Dienstaufsicht die Rechte seiner Untergebenen wahre, sondern auch selbst seiner Einheit mit gutem Beispiel vorangehe.