Sieben Meter hohes "Kreuz der Liebe"

Stadt Hilden besteht darauf, dass das Holzkreuz entfernt wird

onlineurteile.de - Auf einem kleinen Hausgrundstück in Hilden stellten die Eigentümer ein 7,38 Meter hohes, in weiß und hellblau gestrichenes Holzkreuz auf. Das war eine Huldigung an eine christliche Sekte, die sich auf Offenbarungen zweier französischer Seherinnen beruft.

Vor etwa 40 Jahren soll ihnen Jesus Christus in Dozulé erschienen sein und den Auftrag erteilt haben, ein 738 Meter hohes Kreuz zu errichten ("Kreuz der Liebe" bzw. "Glorreiches Kreuz Christi"). Denn sein Kreuz auf dem Hügel Golgotha habe genau auf dieser Höhe gestanden. Die Römisch-Katholische Kirche lehnt es ab, die "Botschaft von Dozulé" zu verbreiten und derartige Kreuze aufzustellen - was deren Anhänger natürlich nicht davon abhält.

Die Stadt Hilden war vom "Kreuz der Liebe" wenig erbaut: Es müsse weg, verlangte sie von den Grundstückseigentümern. Die Dozulé-Anhänger scheiterten mit ihrem Einspruch beim Verwaltungsgericht Düsseldorf (9 K 4675/06).

Das Kreuz stehe außerhalb der Baugrenzen und verstoße damit gegen den Bebauungsplan, so die Richter. Es sei fast so groß wie ein Haus und dominiere das ganze Grundstück. Das Holzkreuz sei so überdimensioniert, dass es für die Nachbarn eine Zumutung bedeute. Und obendrein stehe die "bauliche Anlage" zu nahe an der Grundstücksgrenze, der vorgeschriebene Mindestabstand betrage 1,25 Meter.