Sittenwidrig: Tariflohn erheblich unterschritten

Dumpinglöhne müssen nachträglich aufgestockt werden

onlineurteile.de - Die "Auspackhilfen" wurden in den Geschäften in und um Bremen überall da eingesetzt, wo Ware schnell ausgepackt und in den Regalen verstaut werden musste. Das Unternehmen hatte mit den Arbeitnehmern einen Stundenlohn von fünf Euro (brutto) vereinbart.

Die Mitarbeiter sind eindeutig unterbezahlt, meinte die Gewerkschaft Ver.di und verwies auf den Tarifvertrag für den Einzelhandel Bremen und Bremerhaven. Danach galt für gewerblich Beschäftigte ein Mindestlohn von 9,70 Euro brutto. Die Gewerkschaft klagte im Namen der unterbezahlten Arbeitnehmer.

Wer pro Stunde fünf Euro zahle, betreibe Lohn-Dumping, erklärte das Arbeitsgericht Bremen-Bremerhaven (9 Ca 9331/07). Wenn der Stundenlohn für eine bestimmte Tätigkeit um mehr als ein Drittel unter dem tariflich ausgehandelten Lohn liege, sei das sittenwidrig. Angesichts dieses "Lohnwuchers" müsse der Arbeitgeber die Differenz zum Tariflohn nachzahlen.