Skifahrer prallt auf Snowboarder

Wer von hinten kommt, muss dem Vorausfahrenden auf der Piste Raum lassen

onlineurteile.de - Auf einer Skipiste in Südtirol prallten zwei deutsche Sportler aufeinander, ein Skifahrer und ein Snowboarder. Der Snowboarder brach sich dabei den linken Mittelfuß, der Skifahrer das rechte Schlüsselbein und drei Rippen. Carabinieri nahmen den Skiunfall per Protokoll auf, doch der genaue Unfallhergang blieb strittig. Schließlich verklagte der Skifahrer seinen Kontrahenten auf Schadenersatz.

Darauf hätte er nur Anspruch, wenn der Snowboardfahrer von hinten aufgefahren wäre, erklärte das Oberlandesgericht Brandenburg (6 U 64/05). Denn nach FIS-Regel Nr. 3 müsse der von hinten kommende Ski- oder Snowboardfahrer seine Fahrspur so wählen, dass der vor ihm fahrende Skifahrer nicht gefährdet werde. Vorrang habe stets der vorausfahrende Skifahrer. Der von hinten Kommende müsse mit allen möglichen Bewegungen des Vorausfahrenden rechnen (mit Schrägfahrten, weiten Bögen, abruptem Richtungswechsel etc.) und ihm dafür Raum lassen.

Für ein Fehlverhalten des Snowboarders spreche im konkreten Fall nichts. Auch wenn die Aussagen der Zeugen in einigen Punkten vage blieben, sei doch im Ergebnis festzuhalten, dass der Skifahrer den Snowboarder überholt habe und nicht umgekehrt. Dabei seien die zwei Sportler in einem spitzen Winkel in Linkskurve aufeinander geprallt. Der Skifahrer habe den Snowboarder also schon fast überholt gehabt, was die Gewalteinwirkung auf die rechte Schulter des Skifahrers von hinten schräg oben erkläre. Demnach habe der Snowboarder den Unfall nicht schuldhaft verursacht.