Sohn fordert mehr Unterhalt vom Vater

Volljähriger muss einen Teil seines Sparguthabens dafür verwenden

onlineurteile.de - Vom geschiedenen Vater forderte der Schüler höheren Unterhalt. Der Vater winkte ab. Er sei mittlerweile arbeitslos, seine finanziellen Verhältnisse auch durch die Scheidung deutlich schlechter als früher. Früher habe man für die Kinder ein kleines Vermögen angespart (15.000 Euro). Einen Teil davon müsse der bald volljährige Sohn nun für seinen Lebensunterhalt einsetzen. Das Geld sei für den Start ins Berufsleben gedacht, argumentierte der Sohn, das könne ihm der Vater jetzt nicht wieder wegnehmen.

Doch das Oberlandesgericht Hamm gab dem Vater Recht (11 UF 25/06). Volljährige Kinder seien grundsätzlich verpflichtet, vorrangig eigenes Vermögen einzusetzen, bevor sie ihre Eltern auf Unterhalt in Anspruch nähmen. (Sogar minderjährige Kinder müssten ausnahmsweise den Stamm ihres Vermögens angreifen, wenn Unterhaltszahlungen den Lebensunterhalt der Eltern gefährden würden.) Derzeit erhalte der Sohn vom Vater monatlich 252 Euro. Ab seinem 18. Geburtstag müsse er stattdessen Geld von seinem Sparguthaben abzweigen.

Das sei keineswegs unzumutbar: Der junge Mann plane eine Ausbildung zum Friseur und werde ab dem zweiten Lehrjahr eine Ausbildungsvergütung von 437 Euro brutto beziehen. Also müsse er nur in der Zeit davor einen kleinen Teil seines Sparguthabens für den Lebensunterhalt verwenden: in den Monaten zwischen Schule und Ausbildung und im ersten Lehrjahr, weil im ersten Jahr die Ausbildungsvergütung den Bedarf nicht ganz decke.