Sohn sollte Betreuer des Vaters werden

Fallen dafür Ausgaben an, werden diese nicht von der Steuer abgezogen

onlineurteile.de - Kann ein erwachsener Mensch sich nicht um seine Interessen kümmern, weil er krank oder behindert ist, wird für ihn per Gerichtsbeschluss ein Betreuer bestellt. Das können auch Familienangehörige sein.

Im konkreten Fall rissen sich die Brüder nicht gerade darum, Betreuer des demenzkranken Vaters zu werden. Zwei lehnten es ausdrücklich ab, das Amt zu übernehmen. Einer erklärte sich schließlich dazu bereit. Doch bevor er vom Gericht zum Betreuer bestellt wurde, starb der Vater.

Schon vorher seien Fahrt- und Telefonkosten von rund 1.600 Euro angefallen, behauptete der Mann. Die wollte er im Rahmen seiner Einkommensteuererklärung steuermindernd berücksichtigt wissen. Kommt nicht in Frage, beschied ihn das Finanzamt.

Zu Recht, wie das Finanzgericht Berlin-Brandenburg fand (13 K 9072/05 B). Als (steuerlich abzugsfähige) außergewöhnliche Belastung werde eine Ausgabe nur anerkannt, wenn sie für den Steuerzahler unabweisbar sei. Das treffe hier aber nicht zu. Niemand sei rechtlich oder moralisch dazu verpflichtet, sich als Betreuer für Verwandte zur Verfügung zu stellen. Das zeige ja auch das Beispiel der Brüder.